Ein über 800-jähriges Dorf: Diera.
Nun, eine Urkunde von der Ersterwähnung ist keine Geburtsurkunde: schon in grauer Vorzeit lebten Tebten, Kelten, Germanen,
Slawen und Deutsche hier. Nur die letzteren begannen, Schriftstücke zu verfassen. Als Christen kamen sie vor 1000 Jahren
ins Land, als eine Schriftreligion. Aber eigenartig - oder nicht: Von Franken aus zwangsmissioniert, diente die Schreiberei
den deutschen Herren in der Folge eben auch dazu, sich das Land "mit Brief und Siegel" zuzueignen. (Von der gewachsenen
Bürokratie will ich jetzt nicht reden).
Einige optische Eindrücke aus dem Dorf sind Indikatoren einer alten Geschichte. Das, hier abgebildete, Lehnsgut gehörte
einst dem Verwalter Jonas Kirchbach, der im 17. Jahrhundert vom König wegen seiner Verdienste im Ort geadelt wurde. Seit
ihm gibt es - bis heute - die "von Kirchbachs".
Heute ist Diera von moderner Landwirtschaft geprägt, Weinbau ist hier, wie in den anderen Dörfern unserer Kirchgemeinde,
nicht zu finden. Das ist aber kein Grund Diera weniger anziehend erscheinen zu lassen. Äcker werden von den fleißigen
Bauern mit den verschiedensten Früchten des Feldes bestellt und es ist eine Freude, durch korngelbe und mit Feldblumen
durchwachsene Felder oder duftenden, leuchtend gelben, Raps in die Weinbaudörfer zu wandern. Nicht zu vergessen die
zahlreichen Obstbäume, welche die Feldränder an verschiedenen Stellen säumen wie Alleen und im Frühjahr mit ihrer
Blütenpracht und später mit leckeren Früchten locken. Sie dürfen bei Ihrer Wanderung oder Radtour ruhig davon naschen.
In Diera befindet sich eine bedeutende, ökologisch geführte, Rinderzuchtanlage, welche im Jahr 2003 durch Neubau ihre
Kapazität entschieden erweitert. Beim Bau wird auf nachwachsende Rohstoffe gesetzt und auch in das Landschaftsbild fügen
sich die Stallbauten, komplett aus Holz gefertigt, in schöner Weise ein.
Als beliebte Wohngegend hat sich Diera etabliert und immer mehr Städter zieht es hinaus in die ruhige ländliche Wohnlage.
Doch auch die Natur hält einiges bereit, so können Sie den "Riesenstein" entdecken. Mitten in weiter Feldflur, umgeben von
einem Baumring, ist ein ca. 5 m langer, 2 m breiter und ca. 1,7 m hoher Stein, besser Felsbrocken, aus Granit zu finden.
Nirgends sonst in unseren Dörfern werden Sie auf freier Flur einen solchen "Findling" sehen. Haben wir Sie mit unseren
ersten kurzen Ausführungen zum Dorf Diera neugierig machen können? Vielleicht besuchen Sie ja das Dorf selbst einmal.
In der Gaststätte "Post" gibt`s leckeres Essen, ins Weingut nach Zadel oder in den nahen Golkwald läuft man nur ein halbes
Stündchen.
Wir sehen uns?
Hallo ihr Dieraer, wenn jemand von euch einen Bericht von der 800-Jahr-Feier parat hat oder einen Solchen schreiben
möchte, dann nur her damit: Wir fügen das hier bei uns ein - da ist noch Platz! Bilder von der Festwoche haben wir in
diesem Zusammenhang schon vorliegen.