Diera, Golk, Karpfenschänke, Kleinzadel, Löbsal, Naundörfel, Nieschütz und Zadel. So heißen die Dörfer, die zu unserer
Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Zadel gehören und nun nach und nach auf diesen Seiten vorgestellt werden sollen.
Welche "Seite" eines Dorfes stellt man dabei vor? Präsentiert man (s)eine "Schokoladenseite" oder nur bloße Fakten?
Vielleicht kann hier so etwas wie ein Album entstehen mit Momentaufnahmen aus Alltag und Festlichkeit, um die Erinnerungen
wach zu halten und andere an erlebter Freude und erfahrenem Leid teilhaben zu lassen. Es liegt in der Natur der Sache, dass
viele "unbeschriebene" Blätter darauf angewiesen sind, von Ihren Eintragungen gefüllt zu werden. Aus all den Mosaiksteinen
wächst so ein lebendiges Bild unserer Geschichte. Seit gut 1000 Jahren ist dies eine Geschichte, die durch den christlichen
Glauben mitgeprägt wurde. Dieser Glaube fand seine Verbreitung über das Römische Reich und das Karolingerreich in unsere
Region, die von Slawen mit heidnischer Religion besiedelt war. Leider gibt es aus dieser Zeit kaum geschichtliche Zeugnisse.
Andererseits schützte der Glaube an Gott die Generationen vor uns nicht davor, in seinem Namen Leid über Mitmenschen zu
bringen oder erdulden zu müssen.
Seit über 800 Jahren ist eine St. Andreas-Kirche in Zadel nachgewiesen, unsere Kirchenbücher dokumentieren 450 Jahre davon.
Kirche und Gemeinde waren bis vor gut hundert Jahren noch "eins", auch wenn sich strukturell längst die Trennung von Staat
und Kirche vollzogen hatte. Heute gehören knapp 600 Gemeindeglieder zur Kirche von 2000 Einwohnern der Dörfer. Erstaunlich
genug: die Zahl der Gottesdienstbesucher und das Finanzaufkommen bleibt relativ konstant, trotz Geburtenrückgangs, einzelner
Austritte und Abwanderung der jungen Leute.
Aufgabe von "Kirche" auf dem Dorf verstehe ich neben dem eigentlichen Auftrag, das Wort Gottes zu verkünden und die
Sakramente zu verwalten darin, die Menschen in den einzelnen Ortsteilen miteinander zu verbinden. Wenn Einwohner, Christen
und Nichtchristen, von "unserer" Kirche sprechen, sind wir diesem Ziel ein Stück näher. Freilich muss sich "Kirche" auch
öffnen und akzeptieren, dass Interesse wachsen muss und Freiheit zur Voraussetzung hat.
Seien Sie so frei, auf diesen Seiten einzelnen Dörfer etwas näher kennen zu lernen.
Herzlichst, Ihr Pfarrer Dietmar Pohl
Wenn jemand von den Bewohnern aus den Dörfern, welche hier noch nicht aufgeführt sind, etwas nichtkommerzielles Material
hinzufügen möchte - gerne und her damit! Wir arbeiten es gerne ein.